SMM: Bodan und Echallens steigen in die Nationalliga A auf – Glarus, Zürich II, Payerne und Bois-Gentil müssen in die 1. Liga

Bodan Kreuzlingen und Echallens spielen in der kommenden Saison der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) in der Nationalliga A. Für die letzte Saison abgestiegenen Ostschweizer ist es der siebte Aufstieg nach 2005, 2008, 2012, 2015, 2019 und 2023 – für die Waadtländer der vierte nach 2011, 2014 und 2017.
Das Aufstiegsrennen ging in der Nationalliga-B-Ostgruppe denkbar knapp aus. Nach dem 6:2-Schlussrundensieg ist Bodan, das tags zuvor gegen St. Gallen einen Punkt abgegeben hat, punktgleich mit Swisschess Academy.
Die Luganesi, die in der 8. Runde Nimzowitsch Zürich mit 4½:3½ geschlagen und 24 Stunden später Winterthur II mit demselben Resultat bezwungen haben, haben jedoch einen Einzelpunkt weniger auf dem Konto. Damit verpassten sie den direkten Durchmarsch von der 1. Liga ins Oberhaus. Das gelang zuletzt 2010 dem ASK Réti – und die Zürcher holten in ihrer ersten NLA-Saison auch gleich den ersten von bisher drei Meistertitel.
Eine enge Aufstiegs-Kiste
Wie eng das Aufstiegsrennen im Osten war, verdeutlichen drei Zahlen. Erstmals seit 2007 – Srbija (später Gligoric) Zürich – reichen 13 Punkte zum Gruppensieg. Mit Bodan, Swisschess Academy und Nimzowitsch liegen drei Teams innerhalb eines Punkts. Und das drittplatzierte Nimzowitsch weist nur vier Einzelpunkte weniger auf als Bodan.
In der NLB-Westgruppe hingegen war bereits nach der vorletzten Runde alles klar. Nach seinem 5½:2½-Sieg gegen Bern vergrösserte Echallens seinen Vorsprung auf uneinholbare drei Punkte, weil der schärfste Verfolger Solothurn gegen den zweiten NLA-Absteiger Schwarz-Weiss Bern 4:4 spielte. Nach dem 5½:2½-Sieg gegen Solothurn in der Schlussrunde baute Echallens – das einzig in der 4. Runde beim 4:4 gegen La Garde du Roi Prangins einen Punkt abgab – den Vorsprung auf den neuen Zweitplatzierten Schwarz-Weiss gar auf vier Zähler aus.
Auch im Abstiegssektor fielen im Westen beide Entscheidungen bereits in der 8. Runde. Trotz seines ersten Saisonsiegs gegen Vevey (4½:3½) kehrt Bois-Gentil Genf nach fünf Jahren in der NLB in die 1. Liga zurück – ebenso wie Payerne, das seinen zweitletzten Match gegen La Garde du Roi gleich 0:8 verlor und nach achtjähriger NLB-Zugehörigkeit absteigt.
Bitterer Abstieg für Glarus
Im Osten war der Kampf gegen die Relegation ebenso dramatisch wie um den Aufstieg. Das 2023 aufgestiegene Zürich II stand zwar schon nach der 7. Runde als Absteiger fest – und sorgte nebenbei für eine Premiere, denn noch nie beendete eine Mannschaft die NLB-Saison mit einem Minuspunkt. Doch mit Glarus, St. Gallen und Olten waren bis zur letzten Minute noch drei Teams gefährdet.
Erwischt hat es schliesslich die 2019 aufgestiegenen Glarner. Sie gewannen zwar in der 8. Runde gegen Zürich II 6:2, verloren tags darauf aber gegen Nimzowitsch 3:5. Damit schafften St. Gallen und Olten – in Unkenntnis das Resultats von Nimzowitsch - Glarus – mit einem 4:4-Unentschieden in extremis den Klassenerhalt, indem sie beide Glarus noch überholten. Beide punkteten in ihren zwei Schlussrunden-Matches: St. Gallen spielte zweimal 4:4, Olten gewann in der 8. Runde 5:3 gegen Réti II.
Für die Glarner ist der Abstieg aus zwei Gründen besonders bitter. Zum einen gewannen sie in der 7. Runde den vermeintlich vorentscheidenden Match gegen den Abstieg gegen Olten mit 6½:1½. Zum andern weisen sie ein positives Einzelpunkt-Verhältnis (36½:35½) auf. So ist noch nie ein Team in die 1. Liga abgestiegen.
Erfolgreichster Punktesammler war in der abgelaufenen NLB-Saison Patrick Seitz. Der 25-jährige Bodan-Spieler holte 8½ Punkte aus neun Partien. Auf den nächsten Rängen folgen GM Vadim Milov (Schwarz-Weiss) mit 7½ aus 8, FM Claudiu Prunescu (La Garde du Roi) mit 7 aus 8, und FM Nazariy Ustjanowitsch (Echallens) mit 7 aus 9.
Nationalliga B, Ost, 8. Runde
Trubschachen - Winterthur II 7½:½ (Rohrer - Schweighoffer 1:0, Noe - Liebhart 1:0, Müller - Zollinger ½:½, Baier - Zaugg 1:0, Sivanandan - Szakolczai 1:0, G. Heinatz - Kelecevic 1:0, Ramseier 1:0 f., Moser 1:0 f.).
St. Gallen - Bodan Kreuzlingen 4:4 (Weindl - Kühn ½:½, Leutwyler - Hommeles 1:0, M. Novkovic - Knödler ½:½, Thaler - Seitz 0:1, J. Fecker - Wildi ½:½, Piacquadio - Cöllen 0:1, Klings - Schmid 1:0, Schmuki - Bruttel ½:½).
Réti Zürich II - Olten 3:5 (Lepot - Su. Malli 1:0, Iliev - Holzhauer 0:1, Rodriguez - O. Angst 0:1, Allard - Borner 0:1, Haas - Sh. Malli ½:½, Oestmann - Senn ½:½, Schönbächler - A. Kamber 1:0, Lang - Reist 0:1).
Swisschess Academy Lugano - Nimzowitsch Zürich 4½:3½ (Podetti - Gallagher 1:0, Botta - Florescu ½:½, Passoni - Viennot 0:1, Cagnotto - Bäumer ½:½, Colonetti - Drechsler 1:0, Pirello - Bajraktari ½:½, Pellegrini - Toenz ½:½, Gorgoglione - Schwab ½:½).
Glarus - Zürich II 6:2 (Räber - Friedrich 1:0, Atlas - Silberring 1:0, Meyer - Zaitsev ½:½, Selinga - B. Brandis ½:½, Neuberger - Csajka ½:½, Kurapova - Deveci ½:½, Bürgi 1:0 f., Dürst 1:0 f.).
Nationalliga B, Ost, 9. Runde
Winterthur II - Swisschess Academy 3½:4½ (Schweighoffer - Reinhardt ½:½, Zollinger - Podetti ½:½, Szakolczai - Botta ½:½, Ballmer - Cocconcelli 0:1, C. Hirzel - Cagnotto 0:1, Zaugg - Steiner ½:½, Pfaltz - Pellegrini 1:0, Almeida - Gorgoglione ½:½).
Bodan - Réti II 6:2 (Kühn - Allard ½:½, Hommeles - Lepot 1:0, Wildi - Rodriguez 1:0, Knödler - Iliev 1:0, Seitz - Sakaridis 1:0, Cöllen - Mansoor 1:0, Zeiler - Schönbächler 0:1, Schmid - Lang ½:½).
Nimzowitsch - Glarus 5:3 (Gallagher - Zhou ½:½, Florescu - Pogan 1:0, Bäumer - Räber ½:½, Drechsler - Atlas ½:½, Bajraktari - Selinga 0:1, Schwab - Neuberger 1:0, Toenz - Dürst 1:0, Panos - Kurapova ½:½).
Zürich II - Trubschachen 3:5 (Zaitsev - Noe ½:½, Silberring - Rohrer ½:½, Friedrich - Bayer ½:½, Deveci - Müller 0:1, Csajka - G. Heinatz ½:½, Jung - Sivanandan 1:0, Moser 0:1 f., M. Heinatz 0:1 f.).
St. Gallen - Olten 4:4 (Weindl - Su. Malli ½:½, M. Novkovic - Holzhauer ½:½, Steiger - O. Angst 0:1, Leutwyler - Borner ½:½, Thaler - Hohler 1:0, Klings - Senn ½:½, Piacquadio - Sh. Malli ½:½, J. Fecker - Reist ½:½).
Schlussrangliste nach 9 Runden: 1. Bodan 13 (43/Aufsteiger). 2. Swisschess Academy 13 (42). 3. Nimzowitsch und Winterthur II je 12 (39). 5. Réti II 10 (37). 6. Trubschachen 10 (36). 7. St. Gallen 7 (33½). 8. Olten 7 (31½). 9. Glarus 6 (36½/Absteiger). 10. Zürich II -1 (22½/Absteiger).
Nationalliga B, West, 8. Runde
Bern - Echallens 2½:5½ (Aeschbach - Valles ½:½, Adler - Botta ½:½, N. Pellicoro - Ustjanowitsch 0:1, Gast - Buss 0:1, Musaelyan - Sermier 0:1, Schaffner - Gemelli 0:1, Rösler - Pheng ½:½, Wasserfallen - Perréard 1:0).
Solothurn - Schwarz-Weiss Bern 4:4 (Owsejewitsch - Klauser 1:0, Rüetschi - Milov 0:1, Schwägli - Löffler 0:1, Flückiger - Balzer 1:0, Habibi - Mattenberger 0:1, S. Muheim - Romanovskyi 1:0, Krebs - Estermann 0:1, Fischer - Begdullayev 1:0).
Riehen II - Nyon II 3:5 (Pfrommer - Guex ½:½, Wirthensohn - Paci 1:0, Schnell - Aeschbacher 1:0, Rüfenacht - Vilaseca 0:1, Ammann - Michaud ½:½, Pommerehne - Monteverde 0:1, Staechelin - Reynolds 0:1, Deubelbeiss - Le Blevec 0:1).
Bois-Gentil Genf - Vevey 4½:3½ (Schmid - Burnier ½:½, Masserey - Kolly ½:½, Shahmammadli - Jacot ½:½, Doxarve - Sh. Shatil ½:½, De La Rosa - Bodenstab 0:1, Fulpius - Pfau 1:0, Kupalov - Gaier ½:½, Rincon - Chervet 1:0).
La Garde du Roi Prangins - Payerne 8:0 (Nastase - Stijve 1:0, Vorontsov - C. Pahud 1:0, Radu - Zargarov 1:0, Prunescu - Lopez 1:0, Artan - Zarri 1:0, Lu - Yersin 1:0, Toussaint - Métille 1:0, Parmelin - K. Pahud 1:0).
Nationalliga B, West, 9. Runde
Echallens - Solothurn 5½:2½ (Sermier - Owsejewitsch 0:1, Botta - Rüetschi ½:½, Ustjanowitsch - Flückiger ½:½, Valles - Schwägli 1:0, Papaux - Habibi 1:0, Gemelli - Fischer 1:0, Vianin - Krebs 1:0, Perréard - M. Muheim ½:½).
Schwarz-Weiss - Riehen II 5:3 (Salzgeber - Pfrommer ½:½, Milov - Wirthensohn 1:0, Leutwyler - Schnell 0:1, Klauser - Deubelbeiss 1:0, Mattenberger - Ammann ½:½, Balzer - Dötsch-Thaler 1:0, Begdullayev - Staechelin 0:1, Romanovskyi - Brait 1:0).
Nyon II - Bern 4:4 (Guex - Aeschbach ½:½, Paci - Adler 1:0, Vilaseca - Gast 1:0, Graells - N. Pellicoro 0:1, Schweitzer - Musaelyan 1:0, Monteverde - Schaffner ½:½, Michaud - Rösler 0:1, Zutter - Wasserfallen 0:1).
Vevey - Payerne 4½:3½ (Lamoureux - C. Pahud ½:½, Burnier - Stijve ½:½, Sh. Shatil - Yersin 1:0, Jacot - Zarri ½:½, Pfau - Zargarov 0:1, Gaier - Gendre 0:1, Zingg - K. Pahud 1:0, Stojanovic - Boivin 1:0).
Bois-Gentil - La Garde du Roi 2½:5½ (Masserey - Nastase 0:1, Schmid - Radu 0:1, Doxarve - Prunescu 0:1, Kupalov - Artan 0:1, Fulpius - Cheles ½:½, De La Rosa - Parmelin 1:0, Toumpakaris - Aznar 1:0, Rincon - Rodriguez 0:1).
Schlussrangliste nach 9 Runden: 1. Echallens 17 (52/Aufsteiger). 2. Schwarz-Weiss 13 (42½). 3. Solothurn 12 (41½). 4. Bern 11 (42). 5. La Garde du Roi 8 (35½). 6. Vevey 8 (34½). 7. Riehen II 8 (33½). 8. Nyon II 7 (31). 9. Bois-Gentil 3 (25½/Absteiger). 10. Payerne 2 (22/Absteiger).
Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLB
Patrick Seitz (Bodan) 8½ Punkte aus 9 Partien, GM Vadim Milov (Schwarz-Weiss) 7½/8, FM Claudiu Prunescu (La Garde du Roi) 7/8, FM Nazariy Ustjanowitsch (Echallens) 7/9, GM Sergey Owsejewitsch (Solothurn) 6½/7, Markus Räber (Glarus) und Jonathan Monteverde (Nyon II) je 6½/9, Eike Cöllen (Bodan) und Mikayel Zargarov (Payerne) je 6/7, Noah Pellegrini (Swisschess Academy), Carmi Haas (Réti II), Simon Schnell (Riehen II), Steve Papaux und Romain Gemelli (beide Echallens) je 6/8, FM Emanuel Schiendorfer (Solothurn) 5/5, Pascal Vianin (Echallens) 5/6, IM Christopher Noe (Trubschachen) und Thomas Flückiger (Solothurn) je 5/7, GM Aliaksei Tschernuschewitsch (Nyon II) und Davide Podetti (Swisschess Academy) je 4½/5.
Paarungen der Aufstiegsspiele (20.–25. Oktober)
1. Liga/Nationalliga B: Uzwil - Baden-Brugg, Wettswil - Wollishofen III, Court - Grand Echiquier Lausanne, Genf II - Echiquier Bruntrutain Porrentruy.
2./1. Liga: Frauenfeld - Rapperswil-Jona, Zürich III - Flawil, Zimmerberg - Wädenswil, Schwarz-Weiss Bern II - Nyon III, Cavaliers Fous Genf - Bulle. – Zug und Biel steigen direkt auf.
3./2. Liga: St. Gallen II - Winterthur V, Romanshorn - Rheintal, Uzwil III - Baden-Brugg III, UBS Zürich - Wollishofen V, Réti Zürich VI - Letzi Zürich, Novartis Basel - Cham II, Echiquier Bruntrutain Porrentruy III - Grenchen, Bern V - Döttingen-Klingnau, Bümpliz - Bern VI, Solothurn II - Brig, Fribourg III - Crazy Horse Prilly, Monthey - Areuse, Ecole d’Echecs Genf - Genf III. – Cham I, Freiamt und Chesspower Lausanne steigen direkt auf.
4./3. Liga: Die zwei Erstplatzierten pro Gruppe steigen direkt auf: Engadin II, Chur III, Thal und Umgebung, Uzwil IV, Winterthur VII, St. Gallen IV, Rapperswil-Jona IV, Wollishofen VII, Riesbach Zürich, Chessflyers III Kloten oder UBS Zürich II (Entscheidungsspiel um Platz 2/3 in der Gruppe 605 am 16. September), Wettswil II, Baden-Brugg VI, Lenzburg IV, Tribschen IV, Tribschen V, Entlebuch II, Therwil III, Novartis Basel II, La Chaux-de-Fonds II, Court III (SK Biel II verzichtet auf das Entscheidungsspiel um Platz 2/3 in der Gruppe 610), Saanenland, SF Thun, Bümpliz III, Köniz-Bubenberg III, Nyon IV, Nyon V, Fribourg V, Vevey II, Vevey III, Valais III, Chesspower Lausanne II, Chesspower Lausanne III, Genf IV, Ville Genf.