
WM-Match Gukesh – Sindarow in Genf!
Ende dieses Jahres ist die Schweiz zum dritten Mal Schauplatz einer Schachweltmeisterschaft. Vom 25. November bis 15. Dezember spielen in Genf der indische Titelverteidiger Dommaraju Gukesh und sein usbekischer Herausforderer Javohir Sindarow um die höchste Krone im Schach.
In welcher Lokalität der über 14 Partien mit klassischer Bedenkzeit und allfälligem Tie-Break führende WM-Match ausgetragen wird, ist noch offen. Auch die Spielzeiten und Eintrittspreise werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
Der aktuell mit 2717 ELO zu Buche stehende und nach einigen weniger erfolgreichen Turnieren in den vergangenen Monaten auf Rang 26 der Weltrangliste abgerutschte 20-jährige Dommaraju Gukesh wurde 2024 der jüngste Schachweltmeister in der Geschichte, als er in Singapur Ding Liren (China) mit 7½:6½ entthronte.
Der gleichaltrige Javohir Sindarow, der während des WM-Matchs seinen 21. Geburtstag feiern wird, gewann im vergangenen Frühling auf souveräne Art und Weise das Kandidatenturnier auf Zypern und erwirkte sich damit das Recht, Gukesh herauszufordern. Mit 2777 ELO ist er die aktuelle Nummer 4 der Weltrangliste und geht damit in Genf als leichter Favorit ans Brett.
1998 Lausanne, 2004 Brissago
Die Schweiz war schon zweimal Schauplatz einer Schach-WM. 1998 spielten Anatoly Karpow (Russland) und Viswanathan Anand (Indien) im Olympischen Museum in Lausanne den Final der damaligen FIDE-K.o.-WM. 2004 duellierten sich Wladimir Kramnik (Russland) und Peter Leko (Ungarn) in Brissago in der damals in Konkurrenz zur FIDE gestandenen WM im klassischen Schach.
Warum sich die FIDE für Genf entschied
Laut Viswanathan Anand, Interimspräsident des Weltschachverbands FIDE, bekundeten mehrere Länder ihr Interesse, die WM auszurichten – darunter Indien, die USA und Zypern. «Nach sorgfältiger Prüfung aller Vorschläge beschloss die FIDE, die WM nach Genf zu vergeben, einer Stadt mit internationalem Charakter und einer langen Tradition, die verschiedene Nationen und Kulturen zusammenzubringt. Wir freuen uns darauf, die weltweite Schachgemeinschaft in der Schweiz willkommen zu heissen. Die lokalen Fans werden Gelegenheit haben, Weltklasse-Schach hautnah mitzuerleben, während Millionen rund um den Globus den Kampf um den höchsten Titel im Schach online verfolgen werden.»
«Dank der WM die Popularität des Schachs in unserem Land erhöhen»
Für André Vögtlin, Zentralpräsident des Schweizerischen Schachbundes (SSB), ist die Verkündigung des WM-Orts Genf «ein ganz besonderer Tag für den Schweizer Schachsport. 22 Jahre nach Brissago kehrt ein Schachereignis von weltweiter Ausstrahlung wieder in die Schweiz zurück. Für uns ist das weit mehr als nur eine wunderbare Nachricht. Es ist ein bedeutender Moment für den gesamten Schachsport in unserem Land – ein Moment, der uns freut und motiviert.»
Vögtlin empfindet es nicht nur als grosse Ehre, Gastgeber eines solchen Grossanlasses sein zu dürfen. «Gleichzeitig sehen wir darin auch eine einmalige Chance, Schach in der Schweiz noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und neue Spieler(innen) für unseren Sport zu begeistern. Wir werden in den kommenden Wochen laufend informieren, wie wir diesen Mega-Event ausnützen, um die Popularität des königlichen Spiels in unserem Land zu erhöhen.»